Ungenutztes Potenzial am Arbeitsplatz

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber das Thema Betriebsverpflegung weckt in den seltensten Fällen Begeisterung oder unverblümtes Staunen. Es geht längst um viel mehr als ein elementares, menschliches Bedürfnis zu befriedigen. Ernährung ist ein emotionales, persönliches und nicht zuletzt soziales Thema, das bewegt und das motivierend und leistungsfördernd sein könnte. Über das Potenzial gesunder Ernährung am Arbeitsplatz.

„Ohne Mampf kein Kampf“ – diese freie Übersetzung eines Zitats von Julius Caesar bringt es auf den Punkt: wer körperliche und geistige Leistung erbringen muss, will richtig verpflegt sein. Firmen sind sich der Relevanz dieses Bereichs oft nicht bewusst. Verpflegung ist oft ein „Pflichtthema“, das cost-driven angegangen wird, anstatt es als eine effektive Investition in die Mitarbeiter zu sehen. Ich würde sogar soweit gehen, dass es keine profitablere Produktivitätssteigerung gibt als ein tolles Mitarbeiterrestaurant.

Die Vermittlung gesunder Gewohnheiten und ein gesundes, schmackhaftes Nahrungsangebot ist wie Superbenzin für den Firmenmotor. Hier werden einfach mehrere Ziele erreicht:

  • Förderung gesunder Ernährung
  • Gesündere Mitarbeiter = weniger Ausfälle
  • Ein glücklich gefüllter Magen sorgt für einen scharfen, motivierten Verstand
  • Effiziente Verpflegung, wenn Mitarbeiter nicht auswärts essen
  • Besserer Zusammenhalt im Team durch soziale Komponente gemeinsamer Essen
  • Vermittlung & Investition in Firmenkultur: von Verpflegung zur Werthaltung

Wie das aussehen kann und perfekt funktioniert möchte ich am Beispiel eines renommierten Schweizer Konzerns (ca. 3000 Leute am Hauptsitz in Zürich) aufzeigen. Das Mitarbeiterrestaurant wurde eben umgebaut. Bei der Gestaltung hatten Besucherströme und Produktionsabläufe erste Priorität, Architektur und (sehr kunstvolles) Interior Design hielten sich an diese Vorgaben. Das Resultat ist ein sehr stimmiges Ambiente, das den Gästen übersichtlich und schnell erlaubt beste Küche zu geniessen. Dass Ernährungsexpertise Einfluss hat aufs Menü ist klar zu sehen. Neben „comfort food“ Klassikern werden gesunde, moderne Gerichte angeboten, die perfekt zum betriebseigenen Sportangebot passen.

Der Konzern verfügt aus seinem Kerngeschäft über ein wahnsinnig breites Wissen zu globalen Themen wie Nachhaltigkeit, Klimapolitik und Agrikultur, was 1:1 ins Catering eingebracht wird. So wird so oft wie möglich mit regionalen Produzenten gearbeitet und stets auf eine „net zero emission“ Zukunft hin optimiert.

Auch was die Konsumation angeht, denkt man immer wieder neue Wege. Take-Away Gerichte kommen abfallfrei daher und werden in schönen „Weck Gläsern“ abgegeben, welche an dezentralen Sammelstellen retourniert werden können.

Da die Firma schon seit Jahrzehnten ihr Catering aus eigenen Reihen führt, profitiert sie von einem durchgängigen Wissen. Die Menüpläne werden sogar an den Geschäftskalender angepasst: während Mitarbeiter deutlich angespannter erscheinen in Monaten, wo entscheidende Geschäfte abgeschlossen und Verträge erneuert werden, wird Ihnen entsprechender Brainfood aufgetischt, damit der Druck nicht auch noch durch einen Klotz im Bauch gesteigert wird.

Das Tüpfchen auf dem „i“ ist der firmeneigene roof top Gemüsegarten. Hier werden Kräuter und Gemüse kultiviert und neu auch Bienen gezüchtet – kürzer könnten die Lieferwege wohl kaum sein. Dieses komplette Verständnis eines Verpflegungsauftrags und die Ambition der gesamten Firma, Vorbild für Mitarbeiter, Kunden und Partnerbetriebe zu sein ist genial. Haben Sie das Potenzial von gesunder Mitarbeiter-Verpflegung bereits erkannt? Nehmen Sie Ihre Verantwortung als Arbeitgeber wahr? Nutzen Sie die Gelegenheit mit

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Copyright © Dani Hofstetter